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Die Optometrie (griech. optike „Lehre vom Sichtbaren“, optiko „zum Sehen gehörig“, zu opsis „das Sehen“ und ‚metron‘ griech. μετρική „Zählung“, „Messung“) ist die Lehre der Messungen und Bewertungen von Sehfunktionen. Sie umfasst die biologische und physikalische Optik. Die Grundlagen für die Fach- und Hochschulausbildung auf dem Gebiet der Optometrie wurden in Deutschland maßgeblich durch Hermann Pistor entwickelt.

Optometrie bezeichnet zudem ein Tätigkeitsfeld, welches sich mit der Korrektur von Fehlsichtigkeiten beschäftigt. Optometrie stellt insofern eine Ergänzung zur „monokularen“ Augenoptik dar, als sie sich mit „binokularen“ Störungen auseinandersetzt.

(Quelle: Wikipedia)

„Die Optometrie ist ein Gesundheitsberuf, der autonom, ausgebildet und reguliert ist (lizensiert/registriert); Optometristen sind die primären Gesundheitsdienstleister für das Auge und das visuelle System, welche eine umfassende Augen- und Sehbetreuung anbieten. Dies beinhaltet die Refraktionsbestimmung und die Abgabe von Sehhilfen, die Erkennung/Diagnose und das Management von Krankheiten des Auges sowie die Wiederherstellung der Funktionen des visuellen Systems.“

(Quelle: World Council of Optometry)

Geschichte der Optometrie

Die Optometrie wie wir sie heute kennen wurde am Ende des 19. Jahrhunderts in den USA begründet.

1898 schlossen sich die „refracting opticians“ zur heutigen American Optometric Association (AOA) zusammen. Fünf Jahre später bezeichneten sie sich als Optometristen. Ein Jahr später wurde offiziell die Trennung vom rein handwerklich tätigen Augenoptiker vollzogen.

Der erste universitäre optometrische Studiengang wurde erstmals 1910 an der Columbia University in New York angeboten.

Ab 1915 wurde der akademische Grad „Bachelor of Science“ an der Ohio State University für den Studiengang Optometrie eingeführt.

Der akademische Grad „Doctor of Optometry“ (OD) wurde erstmals 1923 in das Studienangebot des Pennsylvania College of Optometry aufgenommen.

Zwischen den Jahren 1950 und 1970 wurde der „Doctor of Optometry“  auch an allen amerikanischen Hochschulen eingeführt.

1953 vergab die Indiana University zum ersten Mal den „Master of Science“. Zwei Jahre später dann auch erstmals den rein wissenschaftlichen Doktorgrad (PhD).

Seit 2005 bieten deutsche Fachhochschulen den berufsqualifizierenden Studiengang „Augenoptik/Optometrie“ mit dem akademischen Abschluss Bachelor of Sciene an.

(Quelle: Optometrist.de)

Optometrie in Deutschland

Da in Deutschland die Augenoptik als Handwerk gilt, ist eine berufliche Trennung von Augenoptik und Optometrie nicht möglich.

Trotzdem unterscheidet sich die Arbeit eines Optometristen von dem eines Augenoptiker in vielen Punkten.

Der Augenoptiker kümmert sich um alles, mit dem gutes Sehen vor dem Auge ermöglicht wird (z.B. Brillen, Lupen Kontaktlinsen), der Optometrist achtet aber auch darauf, was im Auge das gute Sehen beeinträchtigen kann.

Durch die Prüfung des Augenhintergrundes können beispielsweise Anzeichen zu altersbedingter Macula-degeneration schon im Frühstadium erkannt werden.

Zur frühzeitigen Erkennung einer Glaukomerkrankung kommen auch Standards wie die Messung des Augeninnendrucks zusammen mit einer professionellen Gesichtsfeldprüfung zum Einsatz. Weitere Untersuchungen ergänzen die komplette „Bestandsaufnahme“ der Augen. Auf diese Weise lässt sich herausfinden, ob Sehprobleme mit einer Brille oder Kontaktlinsen gelöst werden können oder ob es einer weiteren augenärztlichen Abklärung bedarf. Alle Untersuchungen werden selbstverständlich ohne Zuhilfenahme von Medikamenten durchgeführt.

Der Optometrist nimmt hier eine Schnittstelle zwischen Augenoptiker und Augenarzt ein. Er verfügt über die Ausbildung und technische Ausstattung um Augen- u. Sehfunktionen soweit zu prüfen, um bei Auffälligkeiten einen Augenarztbesuch zu empfehlen.

Der Leistungsumfang einer vollständigen optometrischen Augenprüfung enthält:

    – Anamnese

    – Fundusbetrachtung

    – Tonometrie

    – Statische Perimetrie

    – Cover/Uncover Test

    – Motilität

    – Konvergenz

    – Iris-Motorik

    – Freie Sehschärfe

    – Refraktion

    – Binokularsehen

    – Stereopsis

    – Kontrastempfindlichkeit

    – Farbsehen

    – Amsler-Test

    – Inspektion des vorderen Augenabschnitts

    – Dokumentation

    – Befundbesprechung und Beratung

Was noch wissenswert ist:

Die Berufsbezeichnung „Optometrist“ ist nicht geschützt! Deshalb können auch Personen diesen Titel führen, die keine Augenoptiker sind. Das Wettbewerbsrecht allerdings schreibt vor, dass es nach § 5 UWG unzulässig ist, über wesentliche Merkmale seiner Dienstleistungen, seiner Person oder seines Unternehmens zu täuschen. Damit ist gewährleistet, dass nur derjenige optometrische Dienstleistungen anbieten darf, der auch tatsächlich die notwendige Ausbildung erfolgreich bestanden hat.

Ein Richterspruch aus dem Jahre 1993 stützt zusätzlich den Titel des Optometristen. Er entschied, dass sich nur derjenige Optometrist nennen dürfe, der nachweislich über optometrische Kompetenzen verfügt, die deutlich über denen eines Augenoptikermeisters oder eines staatlich geprüften Augenoptikers liegen.

Die Optometrie bietet mit ihren Möglichkeiten, die Augen auf Augenerkrankungen zu screenen bzw. zu testen, eine Dienstleistung an, die bisher nur von Augenärzten durchgeführt wurde. Es wird deshalb in Deutschland kontrovers darüber diskutiert, inwieweit Optometristen in diesem Bereich die Grenzen zu diagnostischem und medizinisch-therapeutischem Handeln in Teilen überschreiten und sich damit dem Risiko aussetzen, gegen die erlaubnispflichtige Ausübung der Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz zu verstoßen.

(Quelle: ZVA)

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